Fußheberschwäche nach Schlaganfall: Welche Therapieoptionen gibt es – und wann ist FES sinnvoll?

Ein Mann geht an einem Rollator, weil er eine Fußheberschwäche hat.
Ein Schlaganfall verändert das Leben oft von einem Moment auf den anderen. Neben Sprach- oder Gedächtnisproblemen gehört eine Fußheberschwäche (medizinisch: Peroneusparese) zu den häufigsten motorischen Einschränkungen. Betroffene können den Vorderfuß nicht ausreichend anheben – das Gangbild wird unsicher, das Sturzrisiko steigt deutlich. Doch welche Therapieoptionen gibt es? Und wann ist die funktionelle Elektrostimulation (FES) eine sinnvolle Lösung?

Was ist eine Fußheberschwäche?

Bei einer Fußheberschwäche funktioniert die aktive Anhebung des Fußes nicht mehr ausreichend. Ursache ist meist eine Schädigung des Nervensystems – häufig infolge eines Schlaganfalls.

Das Resultat:

  • Der Fuß „schleift“ beim Gehen

  • Betroffene heben das Bein unnatürlich hoch (Steppergang)

  • Stolpern und Stürze treten häufiger auf

  • Das Gehen wird anstrengender und unsicherer

Gerade nach einem Schlaganfall, wie ihn das Robert Koch-Institut als eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in Deutschland beschreibt, ist die Fußheberschwäche eine typische Folgeerscheinung.

Warum entsteht eine Fußheberschwäche nach Schlaganfall?

Ein Schlaganfall schädigt bestimmte Areale im Gehirn, die für die Muskelsteuerung zuständig sind. Die Signalübertragung vom Gehirn zum Muskel ist gestört. Die Muskulatur selbst ist meist nicht zerstört – sie erhält lediglich keine ausreichenden Impulse mehr.

Das eröffnet therapeutische Möglichkeiten:
Wenn das Signal nicht richtig ankommt, kann es technisch unterstützt werden.

Therapieoptionen im Überblick

Die Behandlung hängt vom individuellen Befund ab. Häufig kommen folgende Maßnahmen infrage:

1. Physiotherapie und Gangtraining

Ziel ist es, die Muskelaktivität zu fördern und Bewegungsmuster neu zu erlernen. Regelmäßiges Training ist essenziell – reicht allein jedoch oft nicht aus.

2. Fußheber-Orthese

Eine Orthese stabilisiert den Fuß passiv.
Vorteile:

  • Sofortige Stabilität

  • Reduziertes Sturzrisiko

Nachteile:

  • Keine aktive Muskelstimulation

  • Möglicher Muskelabbau bei langfristiger Nutzung

  • Weniger natürliches Gangbild

3. Funktionelle Elektrostimulation (FES)

Die funktionelle Elektrostimulation setzt genau dort an, wo die natürliche Signalübertragung gestört ist.

Ein FES-System stimuliert während der Schwungphase gezielt den Nerv, der für das Anheben des Fußes verantwortlich ist. Dadurch hebt sich der Fuß automatisch beim Gehen.

FES vs. Orthese – der entscheidende Unterschied

OrtheseFES
Passive StabilisierungAktive Muskelaktivierung
Mechanische UnterstützungElektrische Nervenstimulation
Keine MuskelarbeitMuskeltraining bei jedem Schritt
HilfsmittelTherapie & Unterstützung in einem

Während eine Orthese stabilisiert, trainiert FES gleichzeitig die Muskulatur. Das Gangbild wirkt natürlicher und viele Patient:innen berichten über mehr Sicherheit im Alltag.

Wann ist FES besonders sinnvoll?

Funktionelle Elektrostimulation eignet sich besonders für:

  • Patient:innen nach Schlaganfall

  • Menschen mit inkompletter Lähmung

  • Betroffene mit ausreichender Restnervenfunktion

  • Personen mit hohem Reha-Motivationsgrad

Wichtig ist eine fachkundige Anpassung durch geschultes medizinisches Personal.

Vorteile der funktionellen Elektrostimulation

  • Natürlichere Bewegung

  • Reduzierung des Sturzrisikos

  • Aktivierung geschwächter Muskulatur

  • Integration ins Alltagstraining

  • Kombination von Therapie und Mobilitätshilfe

Gerade in der modernen Neurorehabilitation gewinnt FES zunehmend an Bedeutung, da sie nicht nur kompensiert, sondern funktionell unterstützt.

Lebensqualität zurückgewinnen

Mobilität bedeutet Selbstständigkeit. Eine unbehandelte Fußheberschwäche kann zu sozialem Rückzug, Unsicherheit und Folgeschäden führen.

Die richtige Therapieentscheidung – ob Physiotherapie, Orthese oder FES – sollte individuell und gemeinsam mit behandelnden Ärzt:innen oder Therapeut:innen getroffen werden.

Fazit: Aktiv statt passiv unterstützen

Während klassische Hilfsmittel stabilisieren, setzt die funktionelle Elektrostimulation auf aktive Unterstützung und Training zugleich. Für viele Schlaganfallpatient:innen kann sie ein entscheidender Schritt zurück zu mehr Sicherheit und Lebensqualität sein.

Eine individuelle Beratung und professionelle Anpassung sind dabei entscheidend für den Therapieerfolg.

Mehr zum Thema

Detaillierte Informationen zur Versorgung bei Fußheberschwäche nach Schlaganfall sowie zu konkreten Versorgungsmöglichkeiten mit funktioneller Elektrostimulation finden Sie auf der Website der HELLER MEDIZINTECHNIK GmbH & Co. KG.
Unter folgendem Link erhalten Sie weiterführende Einblicke in Therapieansätze, Hintergründe und praktische Lösungen:

https://www.heller-medizintechnik.de/portfolio/fussheberschwaeche/schlaganfall/

Dort erfahren Sie, wie moderne FES-Systeme individuell angepasst werden und Betroffene im Alltag nachhaltig unterstützen können.

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Was sind die Ursachen einer Fußheberschwäche?

Die Fußheberschwäche ist ein neurologisches Symptom, bei dem der Fuß nicht mehr aktiv angehoben werden kann. Medizinisch wird sie auch als Fußheberparese, Peroneusparese, Peroneuslähmung, Fallfuß oder umgangssprachlich als „Fußheber-Krankheit“ bezeichnet. Allen Begriffen gemeinsam ist das gleiche Problem: Die Ansteuerung der Fußhebermuskulatur ist gestört.
Typisch ist das veränderte Gangbild, der sogenannte Steppergang. Betroffene heben Knie und Hüfte beim Gehen übermäßig an, um ein Hängenbleiben der Fußspitze zu vermeiden.

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