Wie funktioniert eine Biofeedback-Therapie?

Von einer Biofeedback-Therapie spricht man, wenn unbewusste körperliche Vorgänge – wie z.B. die Muskelaktivität – gemessen und sichtbar gemacht werden mit dem Ziel, dem Patienten die bewusste Einflussnahme auf diese Prozesse zu ermöglichen. Die Basis sind die Messwerte der Muskelaktivität, die dem Patienten akustisch über Signale oder optisch über ein Diagramm vermittelt werden. Um Muskelaktivitäten zu erfassen und zu analysieren, wird eine Elektromyographie (kurz EMG) durchgeführt – eine Messtechnik, die „[…] das Studium der Muskelfunktion durch Erforschung des elektrischen Signals, das die Muskeln erzeugen“ zum Ziel hat."

Das Elektromyogramm erlaubt nicht nur eine Erfassung des Status quo der Muskelaktivität, sondern auch die Beobachtung des Muskeltonus bei bestimmten Bewegungen oder Trainings- bzw. Therapieeinheiten. Im Zuge der Biofeedback-Therapie werden die hier so gemessenen und festgehaltenen Werte als Schwellenwerte definiert. Dem Patienten wird dann über Signale das über- bzw. unterschreiten dieser Grenzen mitgeteilt, so dass eine zielgerichtete Kontrolle und Steigerung des Anspannungs- bzw. Erregungsniveaus möglich sind.

Wo genau der Schwellenwert gesetzt wird – z.B. beim Ruhezustand des Muskels – und wann eine Signalauslösung stattfindet – beispielsweise beim Erreichen oder Halten eines bestimmten Anspannungsniveaus – hängt vom Therapiezweck ab. So kann beispielsweise ein bestimmter Muskel oder eine Muskelgruppe gezielt trainiert und gestärkt werden. Häufig kommt diese Methode beispielsweise in der Inkontinenztherapie zum Einsatz, um den Beckenboden zu stärken und so direkt die Ursache der Inkontinenz zu bekämpfen.1

Quellenangaben

1 EMG-Fibel –Eine praktische Einführung in die kinesiologische Elektromyographie, Peter Konrad, Version 1.0 September 2005